Massnahmen zur Bewältigung der Überproduktion im Schweinemarkt
Nach der Produktionsausdehnung mit Übermengen in den Jahren 2022 und 2023, hat sich der Schweinemarkt in den Jahren 2024 und 2025 erholt. Der Inlandanteil am verkauften Schweinefleisch betrug weniger als 93%, dadurch konnten die Schweinehaltenden kostendeckende Preise erzielen. Durch die zunehmende Professionalität und dem Produktionsfortschritt wird die angestrebte Zielmenge von 44'000 Schlachtschweinen pro Woche zunehmend überschritten, was zu einer Überproduktion und entsprechend zu Verwerfungen auf dem Schweinemarkt führt.
Kurz- und mittelfristige Massnahmen
Um im kommenden Sommer und Herbst einen Schweinestau bei den Schweinehaltenden zu vermeiden, hat Suisseporcs unterstützt durch den Verwaltungsrat von Proviande, eine branchenübergreifende Arbeitsgruppe ins Leben gerufen. Diese hat den Auftrag, kurz- und mittelfristigen Massnahmen zur Entlastung des Schweinemarktes zu erarbeiten.
Die kurzfristigen Massnahmen werden unter dem Dach des Notfallkonzeptes von Suisseporcs geplant. Ab dem 16. Februar 2026 wird bei den Schweinehaltenden ein vorderhand unbefristeter, finanzieller Einzug von CHF 0.20 / kg Schlachtgewicht zur Speisung eines Fonds, welcher bei Proviande eingerichtet und betreut wird, abgezogen. Die Schweinezüchtenden tragen zu zwei Drittel die Kosten dieses Fonds. Über die Dauer des Einzugs entscheidet die erweiterte Fachkommission von Suisseporcs. Dieses Vorgehen wurde vom Verwaltungsrat von Proviande am 6. Februar 2026 gutgeheissen.
Mit den Fondsmitteln sollen Marktentlastungsmassnahmen finanziert und dadurch das Überangebot an Schlachtschweinen im Sommer und Herbst 2026 reduziert werden. Die Arbeitsgruppe prüft aktuell verschiedene Exportmöglichkeiten.
Um die wiederkehrenden Verwerfungen im Schweinemarkt zu vermeiden, erarbeitet Suisseporcs mit der Unterstützung der Branche, insbesondere unter Einbezug des Schweinehandels, mittelfristig eine Lösung für eine marktgerechte Mengenbegrenzung. Im Vordergrund steht dabei die Erarbeitung des Konzeptes zur freiwilligen Stilllegung von Zuchtschweineplätzen. Dieses Konzept soll in den Monaten März und April diesen Jahres den Produzenten vorgelegt und danach den Delegierten von Suisseporcs zur Abstimmung unterbreitet werden.