Fleischangebot im Jahr 2025 erneut gestiegen
Besonders stark stieg das Angebot bei Rindfleisch (+ 6,2). Auch Geflügelfleisch (+ 5,0 %) war erneut stark im Angebot vertreten und konnte seinen Aufwärtstrend der vergangenen Jahre damit bestätigen. Schweinefleisch verzeichnete einen moderaten Anstieg von 2,0 % im Angebot.
Rind- und Geflügelfleisch legen zu, Schweinefleisch stabil
Das Fleischangebot in der Schweiz zeigt deutliche Trends:
- Rindfleisch: Das Angebot wuchs um 6,2 % auf 105'954 Tonnen. Die Inlandproduktion blieb nahezu identisch im Vergleich zum Vorjahr, entsprechend musste das Mehrangebot durch zusätzliche Importe (+ 22,6 %) bewerkstelligt werden.
- Kalbfleisch: Ein deutlicher Produktionsrückgang im Inland (- 8,1 %) bei nahezu vollständig ausbleibenden Importen führten zu einem Minus im Angebot von 6,2 % auf insgesamt 17'751 Tonnen.
- Schweinefleisch: Während die Inlandproduktion auf Vorjahresniveau verharrte (+ 0,8 %), stiegen die Importe um 15,8 % auf 16'237 Tonnen an, wodurch das Gesamtangebot um 2,0 % auf insgesamt 177'768 Tonnen gesteigert werden konnte.
- Geflügel: Mit einem Angebotsanstieg von 5,0 % auf insgesamt 151'756 Tonnen setzte sich der langjährige Wachstumstrend des Geflügelfleisches fort. Dabei nahmen sowohl die Inlandproduktion (+ 2,0 %) als auch die Importe (+ 10,9 %) zu.
- Schaf- und Lammfleisch: Das Angebot stieg um 5,1 % auf insgesamt 9'368 Tonnen bei rückläufigem Inlandanteil (- 3,8 %).
- Pferdefleisch: Sowohl die Inlandproduktion (- 3,9 %) als auch die Importe (- 6,6 %) gingen zurück, was insgesamt zu einem Angebotsrückgang von 6,5 % führte.
- Wild: Das Gesamtangebot sank um 0,6 % auf 3'860 Tonnen.
Steigendes pro-Kopf-Angebot
Die aktuellen Zahlen bestätigen erneut, dass das Fleischangebot pro Kopf in der Schweiz über die letzten Jahre im Trend stabil geblieben ist. Im Jahr 2025 wuchs die Schweizer Bevölkerung um knapp 1 %, während das Gesamtangebot pro Kopf um rund 2,5 % zunahm. Damit stieg das pro-Kopf-Angebot nach 2024 nun auch im Jahr 2025.
Stagnierender Inlandanteil aufgrund regulatorischer Hürden
Die letztjährige Marktsituation mit lediglich minimal gesteigerter Inlandproduktion (+ 0,5 %) und deutlich höheren Importen (+ 13,8%) bedeutet, dass ein zunehmender Teil der Wertschöpfung ins Ausland verlagert wird und der einheimischen Fleischwirtschaft dadurch verloren geht. Das Ziel der Schweizer Fleischmarktakteure bleibt weiterhin, die Fleischproduktion und -verarbeitung bedarfsgerecht und soweit möglich in der Schweiz zu tätigen. Die Verhinderungspolitik gegen eine marktkonforme Inlandproduktion, wie sie exemplarisch bei Neubauten von Geflügelställen zu verzeichnen ist, führt für die Schweizer Land- und Fleischwirtschaft zu Einkommens- und Wertschöpfungsverlusten. Dem gilt es bei der Weiterentwicklung der Agrarpolitik unbedingt entgegenzuwirken.
Angebot ist nicht gleich Konsum
Bei der Interpretation der Daten zum Fleischangebot und zum Fleischkonsum kommt es oft zu Missverständnissen und Fehleinschätzungen. Es ist wichtig zu verstehen, dass das jährlich ausgewiesene „Fleischangebot“ nicht der tatsächlich gegessenen Menge entspricht. Vielmehr handelt es sich in der vorliegenden Statistik um die Menge an verkaufsfertigem Fleisch, die u.a. in der Gastronomie und im Detailhandel grundsätzlich zur Verfügung steht.
Erhebungen wie die nationale Verzehrstudie menuCH des Bundes aus den Jahren 2014/2015, sowie neuere vergleichbare Studien im benachbarten Ausland zeigen, dass nur rund 75 bis 80 % des verfügbaren Fleischangebots auch von der Bevölkerung gegessen wird. Der Rest der verfügbaren Fleischmenge entfällt auf unvermeidbare Verluste wie Knochen und Fettabschnitte, entsorgte Lebensmittel, die unter «Food Waste» fallen, oder Fleisch, das an Hunde und Katzen verfüttert wird.
Christophe Hutmacher
Stv. Leiter Geschäftsbereich Kommunikation / Leiter Online-Medien+41 31 309 41 30
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