Der DNA-Herkunfts-Check: Die Sicherheit, dass Schweizer Fleisch aus der Schweiz stammt

2018 startete Proviande den DNA-Herkunfts-Check. Dieser weist mittels Erbgutanalyse nach, dass Fleischprodukte mit der Herkunftsbezeichnung Schweiz wirklich von Tieren stammen, die in der Schweiz gehalten und geschlachtet wurden. Von dieser Sicherheit profitieren die gesamte Wertschöpfungskette wie auch die Konsumentinnen und Konsumenten.

Zweck des DNA-Herkunfts-Checks

Der DNA-Herkunfts-Check ist ein klares Zeichen und eine wirksame Massnahme gegen missbräuchliche Deklaration. Er erhöht die Sicherheit in der gesamten Wertschöpfungskette von Fleisch, da auf jeder Stufe die Schweizer Herkunft nachgewiesen werden kann. So wächst nicht nur das Vertrauen in die Deklaration Schweizer Fleisch, sondern auch die Wertschätzung für Fleischprodukte aus einheimischer Produktion. Davon profitieren alle Beteiligten:

  • Die Konsumentinnen und Konsumenten: Beim Kauf von Fleisch, Fleischerzeugnissen und Mischprodukten erhalten die Konsumentinnen und Konsumenten eine zusätzliche Sicherheit, dass Produkte mit deklarierter Herkunft Schweiz auch wirklich aus der Schweiz stammen.
     
  • Die Fleischbranche: Sicherheit und Transparenz in der Weiterverarbeitung und im Weiterverkauf wachsen erheblich, weil bei Schweizer Fleisch auf jeder Stufe die genaue Herkunft der Fleischwaren bestimmt werden kann. 
     
  • Die Produzenten: Der DNA-Herkunfts-Check steigert das Vertrauen der Branche und der Konsumentinnen und Konsumenten in Schweizer Fleisch. Er hilft mit, die Nachfrage nach einheimischen Fleischprodukten zu steigern und auch die vergleichsweise höheren Preise zu rechtfertigen.

Aktuell

Mit dem DNA-Herkunfts-Check von Proviande besteht seit einem Jahr ein unabhängiges System zur Überprüfung der Herkunftsdeklaration von Schweizer Rind- und Kalbfleisch. Die Vergleiche der Profile von mehr als 1’400 Proben bis Ende Oktober 2019 ergaben bei 91% eine Übereinstimmung (Match). Die Herkunft Schweiz dieser Produkte wurde somit eindeutig nachgewiesen. Auch wenn es aktuell noch einige unerklärbare Fälle von No-Match gibt, kann auf Basis der vorliegenden Erkenntnisse kein Missbrauch in der Deklaration festgestellt werden. Ende 2019 nahmen 52 Schlachtbetriebe am DNA-Herkunfts-Check teil. Je grösser die Anzahl der teilnehmenden Betriebe ist, desto mehr Profile können in der Datenbank gespeichert werden und desto höher wird die Match-Quote.

So funktioniert der DNA-Herkunfts-Check

Der Ablauf im Detail

Der DNA-Herkunfts-Check erfolgt in drei Schritten:

In einem ersten Schritt entnimmt der Schlachtbetrieb jedem Schlachtkörper (Rind und Kalb) eine DNA-Referenzprobe und erfasst diese zusammen mit der Ohrmarkennummer in einer zentralen Datenbank. Danach wird die Referenzprobe ins Labor gesandt, wo ein DNA-Profil erstellt wird.

Dieses DNA-Profil wird in der zentralen Datenbank abgespeichert. Es ist nun mit der Ohrmarkennummer verknüpft und somit auch mit allen Informationen aus der Tierverkehrsdatenbank.

Proviande kauft schweizweit Stichproben von Fleisch und Fleischprodukten im Detail- und Grosshandel, in Fleischfachgeschäften und Gastronomiebetrieben. Die Stichproben werden ins Labor gesandt, wo für jede Probe ein DNA-Profil erstellt wird. In der zentralen Datenbank wird das DNA-Profil aus der Stichprobe mit den Referenzproben der Tiere verglichen.

Findet sich eine übereinstimmende Referenzprobe, spricht man von einem «Match». Durch die Verknüpfung der Referenzprobe mit der Tierverkehrsdatenbank via Ohrenmarkennummer ist ersichtlich, von welchem Hof das Fleisch im getesteten Produkt tatsächlich stammt: Damit kann die Herkunft des Fleisches nachgewiesen werden.

Gibt es jedoch keine übereinstimmende Referenzprobe in der Datenbank, ist dies ein sogenannter «No Match». Das bedeutet, dass die Herkunftsdeklaration «Schweiz» nicht bestätigt wurde, was weitere Untersuchungen nach sich zieht.

Zusätzliche Dienstleistungen

Die Teilnehmer am DNA-Herkunfts-Check können weitere Dienstleistungen in Anspruch nehmen:

Dienstleistung «Interne Prozesskontrolle»

Die Dienstleistung «interne Prozesskontrolle» ist ein Matching der jeweiligen Produktionschargen gegen bestimmte Referenzproben aus der Datenbank des DNA-Herkunfts-Checks. Damit kann ein teilnehmender Verarbeitungsbetrieb seine internen Prozesse kontrollieren und ausgewählte Produktionschargen überprüfen lassen. Die Produktionschargen-Proben werden vom Betriebspersonal erhoben.

Dienstleistung «Wareneingangskontrolle»

Bei der Dienstleistung «Wareneingangskontrolle» kann ein teilnehmender Verarbeitungsbetrieb ausgewählte Fleischlieferungen bei Wareneingang überprüfen lassen. Es wird ein Matching der Wareneingangsproben gegen alle Referenzproben aus der Datenbank des DNA-Herkunfts-Checks vorgenommen. Die Wareneingangsproben werden von Mitarbeitenden von Proviande erhoben.

Weitere Informationen

Nachfolgend finden sich weitere Informationen rund um den DNA-Herkunfts-Check für Schweizer Rind-  und Kalbfleisch zum Download oder zum Bestellen.

Kontakt

Haben Sie noch offene Fragen oder möchten Broschüren bestellen?

Pius Nietlispach

Leiter DNA-Herkunfts-Check

+41 31 3094134

dna@proviande.ch