Klassifizierung & Märkte

Lammgigot
Der Geschäftsbereich Klassifizierung & Märkte führt im Auftrag des Bundes die neutrale Qualitätseinstufung von Lebendtieren und Schlachtkörpern durch, überwacht die Märkte, kontrolliert die Ermittlung des Schlachtgewichts und arbeitet bei internen sowie externen Projekten mit.

Der Leistungsauftrag

Bei der Erfüllung des erweiterten Leistungsauftrages des Bundes konnten weitere Erfahrungen bei den Kontrollen zur Überwachung der Schlachtgewichtsverordnung gemacht werden. Grossmehrheitlich erfüllten die Schlachtbetriebe die gesetzlichen Vorgaben. In einigen Fällen musste dem Bundesamt für Landwirtschaft jedoch Meldung über Fehler erstattet werden, welche zum Teil auch bei den Nachkontrollen nicht behoben waren und deshalb zu Sanktionen führten.

Öffentliche Schlachtviehmärkte

Bei allen Kategorien der Rindviehgattung ging die Produktion im Vergleich zum Vorjahr zurück. Insbesondere bei den Kühen war die Nachfrage während des ganzen Jahres gross und es gab nur sehr geringe Marktschwankungen. Trotz den weiterhin sinkenden Rindviehbeständen blieben die Auffuhrzahlen ziemlich stabil. An den 663 Rindviehmärkten wurden insgesamt rund 61᾽950 Tiere aufgeführt. Der Anteil Verarbeitungstiere betrug 68% und der Handel verlief allgemein sehr lebhaft.

Kühe

An den 300 öffentlichen Schafmärkten wurden insgesamt 70'335 Tiere angeboten. Der Markt verlief saisonal unterschiedlich. Im Vergleich zum Vorjahr wurde der Markt nicht witterungsbedingt beeinflusst.  Mit verschiedenen Aktionen konnten die angebotsstarken Wochen im Herbst gut entlastet werden. Entsprechend mussten weniger Schafe an importberechtigte Handelsfirmen zugeteilt werden.

 

Entwicklung Auffuhrzahlen öffentliche Märkte 2018/2019

    Rindvieh Schafe
Märkte 2018 668 299
  2019 663 300
  Differenz 5 1

Auffuhren

2018 62'341 70'644
  2019 61'949 70'335
  Differenz 392 309

Zuteilungen

2018 526

3097

  2019 131 1264
 

Differenz

395 1833

 

Die Tierschutzgesetzgebung lässt bezüglich der Transportunterbrüche für Tiere ab öffentlichen Märkten viel Interpretationsspielraum. Vertreter von Bundes- und Kantonsbehörden sind zusammen mit der Branche daran, praxisgerechte und umsetzbare Lösungen zu finden.

Marktintervention

Um den Markt vom saisonalen Überangebot bei den Bankkälbern zu entlasten, wurden 613 Tonnen Kalbfleisch eingelagert. Das sind 14% mehr als im Vorjahr.

Umfangreiche Projekte

Tierverkehrsdatenbank für Kleinwiederkäuer

Proviande koordinierte diverse Aktivitäten zur Umsetzung der Einzeltierrückverfolgbarkeit bei Schafen und Ziegen. Zur Abwicklung des Handels auf öffentlichen Schafmärkten wurde in Zusammenarbeit mit der Identitas AG ein Marktprogramm entwickelt. Erfreulicherweise konnten alle Marktorganisatoren dazu bewogen werden, mit dem gleichen EDV-Programm zu arbeiten. Die Einführung und die Umsetzung erfolgen 2020.

Vermeidung des Schlachtens von trächtigen Rindern und Kühen

Seit Einführung der Branchenregelung im Jahr 2017 trat keine spürbare Verbesserung ein und die Anzahl korrekt deklarierter Trächtigkeiten lag deutlich unter den Erwartungen. Die Branche forderte deshalb weitere Massnahmen. Die Branchenlösung wurde entsprechend weiterentwickelt und die Schlachtbetriebe erheben für trächtige Kühe, die unbegründet zur Schlachtung gebracht werden, ab dem 1. Januar 2020 eine Gebühr von CHF 100.–/Tier.

Klassifizierungsgerät für Haartiere

Die praktische Eignungsprüfung für das Klassifizierungsgerät BCC-3 wurde im Spätherbst im Schlachtbetrieb der SBAG Gossau in Angriff genommen. Erste Ergebnisse sind im Frühjahr 2020 zu erwarten.

Qualitätsentwicklung Banktiere

Aufgrund von züchterischen Massnahmen entwickeln die Banktiere immer grössere Edelstücke, welche nicht mehr portionen- und preisgerecht geschnitten werden können. Aus den ersten umfangreichen Auswertungen der Firma Qualitas AG wurde deshalb ein Massnahmenplan erarbeitet, welcher auch die verschiedenen Einflussfaktoren und die Korrelation der einzelnen Qualitätsmerkmale berücksichtigt.

Schlachtviehpreise

Die sinkende Inlandproduktion bei den Schweinen wirkte sich positiv auf die Preise aus. Zum Jahresbeginn stiegen diese kontinuierlich an und es entstanden – wie auch beim Rindvieh – keine grossen Preisschwankungen.

Bei den Bankkälbern verhinderte die Marktentlastungsmassnahme vor Ostern einen Preiszerfall. Nach Ostern geriet der Markt aus dem Gleichgewicht und die Preise blieben bis im August unter Druck. Eine Wiederaufnahme der Marktentlastungsmassnahme war nicht möglich, da die Bundesmittel aufgebraucht waren.

Wochenpreise & Marktdaten

Tabellen und Informationen zum Schlachtviehmarkt.

Aus- und Weiterbildung

Im gewohnten Zweijahresrhythmus erneuerten die Schlachtbetriebsklassifizierer ihre Lizenz. Die Marktklassifizierer absolvierten ihre Wiederholungskurse und die Experten nahmen an der periodischen Weiterbildung teil.

Im Rahmen des SAS-Audits wurden die Kontrolle und Überwachung der Schlachtgewichtsverordnung und die internen Abläufe in der Geschäftsstelle überprüft. Geringe Anpassungen in der administrativen Verarbeitung wurden bereits vorgenommen und das Audit konnte erfolgreich abgeschlossen werden.

Neutrale Klassifizierung Schlachtkörper 2019

Tierkategorie

Schlachtungen

Klassifiziert durch Proviande

Anteil klassifiziert

Grossvieh

404᾽365

355᾽360 87,9%

Kälber

211᾽598 187᾽818

88,8%

Schweine

2᾽461᾽742 2᾽268᾽464

92,1%

Schafe

243᾽962 153᾽560

62,9%

 

Peter Schneider

Peter Schneider

Geschäftsbereichsleiter Klassifizierung & Märkte

Der Geschäftsbereich Klassifizierung & Märkte führt im Auftrag des Bundes die neutrale Qualitätseinstufung von Lebendtieren und Schlachtkörpern durch, überwacht die Märkte, kontrolliert die Ermittlung des Schlachtgewichts, arbeitet bei internen und externen Projekten mit und leitet Aus- und Weiterbildungskurse.