09.11.2017  •  Proviande  •  Medienmitteilungen

Branche, Produzenten und Tierschutz setzen auf Tierwohl als Differenzierungsfaktor

Zunehmend sensibilisierte Konsumenten legen grossen Wert auf das Tierwohl und erwarten naturnah produzierte Lebensmittel. Beim Entscheid für Fleisch aus Schweizer Herkunft – insbesondere bei Labelprodukten – können sie sich darauf verlassen, darin sind sich die Experten des von Proviande organisierten «Tierwohl-Gipfels» einig. Die Schweizer Nutztierhaltung differenziert sich von derjenigen im Ausland durch eine bäuerlich geprägte Landwirtschaft mit starkem Bezug zu Tier und Umwelt, eine strenge, moderne Gesetzgebung sowie diverse freiwillige Förder und Labelprogramme. Branche, Produzenten, Verwaltungsexperten und der Schweizer Tierschutz haben im Rahmen des Stakeholder-Dialogs gemeinsame Interessen formuliert, um den Vorsprung beim Tierwohl als wichtigen Differenzierungsfaktor zu halten.

Bei zunehmend sensibilisierten Konsumenten werden die Fragen des Tierwohls und der naturnahen Produktion beim Kaufentscheid zu Recht immer wichtiger. Proviande begrüsst die bewusste und kritische Auseinandersetzung mit dem Thema Tierwohl und lanciert mit dem heutigen Tierwohl-Gipfel auf dem Luderhof in Kirchberg einen entsprechenden Stakeholder-Dialog.

Konsumenten können dank verantwortungsbewusster Nutztierhaltung auf ein hohes Mass an Tierwohl vertrauen.

Eine von Proviande beauftragte Umfrage (August 2016) von Dichter Research AG zeigt, dass 76 Prozent der Befragten vor allem aufgrund von Kontrollen, hoher Qualität und artgerechter Tierhaltung grosses Vertrauen in Schweizer Fleisch haben.

Den hohen Standard beim Tierwohl erreicht die Schweiz mit modernen, strengen Tierschutzbestimmungen, die international Vorbildcharakter geniessen. Entsprechend positiv hebt sich die hiesige Tierhaltung in vielen Belangen vom Ausland ab. Während in der EU beispielsweise Tiere bis zu 24 Stunden transportiert werden dürfen, beschränkt die Schweiz die Transportdauer auf maximal 8 Stunden, welche aufgrund der kleinräumigen Strukturen in der Regel sogar deutlich unterschritten werden.

Neben den gesetzlichen Bestimmungen ist aber vor allem die landwirtschaftliche Praxis entscheidend. Im Kontrast zur industriellen Grosstierhaltung in manchen Ländern ist die Schweiz von einer kleinräumigen Landwirtschaft geprägt. Die rund 53'000 Betriebe sind meist bäuerlich und familiär strukturiert, mit einem starken Bezug zu Tier und Umwelt. Die dadurch bedingte tierfreundliche Haltung ist traditionellerweise ein bedeutendes Qualitätsmerkmal von Schweizer Fleisch. Proviande ist es ein grosses Anliegen, das erreichte Niveau zu halten und weiter zu stärken.

Freiwillige Förderprogramme sorgen für zusätzliches Tierwohl.

Stark differenzierend für das Tierwohl sind die verschiedenen freiwilligen Förder- und Labelprogramme. Beispielsweise sind «Besonders tierfreundliche Stallhaltungssysteme» (BTS) und «Regelmässiger Auslauf im Freien» (RAUS) staatliche Anreizprogramme, an denen 53,5 (BTS) und sogar 83,7 Prozent (RAUS) aller Landwirtschaftsbetriebe teilnehmen. RAUS ermöglicht 75,3 Prozent unserer Tiere (in Grossvieheinheiten GVE) bzw. 81 Prozent aller Kühe und Rinder regelmässigen Auslauf im Freien. Verschiedene Labelprogramme stellen zusätzliche Anforderungen an Haltung und Fütterung der Tiere und fördern das Tierwohl zusätzlich. «Der Einsatz der Bauern und die freiwilligen Massnahmen zeigen Wirkung. Einstreu, Auslauf und Weidegang steigern die Lebensqualität der Tiere enorm. Für diesen Anspruch und für diese Qualität können sich die hiesigen Konsumenten bewusst entscheiden», sagt Heinrich Bucher, Direktor von Proviande.

Auch das art- und umweltgerechte Futter ist in der Schweiz für gesunde Tiere und ein hohes Tierwohl mitverantwortlich. Als typisches Grasland produziert die Schweiz 86 Prozent des insgesamt benötigten Tierfutters selber. Die Futtermittel werden vom Bund streng kontrolliert und dürfen weder gentechnisch veränderte Organismen noch Tiermehl enthalten. Die Zugabe von Hormonen und Antibiotika zur Leistungsförderung ist in der Schweiz bereits seit 1999 verboten.

Die Branche will den Vorsprung beim Tierwohl halten.

Branche, Produzenten und Tierschutz haben alle ein grosses Interesse daran, den Tierschutz und das Tierwohl zu verbessern, um den Vorsprung gegenüber dem Ausland zu halten. «Ein artgerechter und sorgsamer Umgang mit den Tieren ist typisch für die Schweiz und ein besonderes Qualitätsmerkmal von Schweizer Fleisch. Eine solche Anforderung und Qualität hat ihren Preis, der sich aber für ein höheres Tierwohl bezahlt macht.», betont Heinrich Bucher.

Proviande möchte insgesamt zu einem bewussten Genuss von Fleisch motivieren. Denn neben Filet & Entrecôte gibt es auch noch viele weitere Leckerbissen aus Schweizer Fleisch, die zu attraktiven Preisen Abwechslung auf den Teller bringen. Mit der integralen Verwertung unserer Nutztiere leisten die Konsumenten einen wertvollen Beitrag an nachhaltige Produktionsbedingungen in der Schweiz.

Am Tierwohl-Gipfel aktiv vertreten waren Cesare Sciarra (Schweizer Tierschutz STS),
Thomas Jäggi (Schweizer Bauernverband SBV), Dr. Kaspar Jörger (Bundesamt für Lebens-mittelsicherheit und Veterinärwesen BLV), Samuel Geissbühler (UFA AG) und Heinrich Bucher (Proviande).

Weitere Informationen zur Haltung und Fütterung unserer Nutztiere finden Sie auf www.schweizerfleisch.ch/huf.

Kontaktperson

Erich Schlumpf
Leiter Kommunikationsstelle
Telefon: 031 309 41 46
E-Mail: erich.schlumpf@proviande.ch

Downloads und Informationen

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