Broschüre DNA-Herkunfts-Check 07.03.2019

Garantierte Schweizer Herkunft. Am 1. Juli 2018 startete Proviande den DNA-Herkunfts-Check. Wie der Name schon sagt, erbringt dieses System mittels Erbgutanalyse den sicheren Nachweis, dass Fleischprodukte mit der Herkunftsbezeichnung Schweiz wirklich von Tieren stammen, die in der Schweiz gehalten und geschlachtet wurden.

Der DNA-Herkunfts-Check ist eine Dienstleistung für die Fleischverarbeiter, für den Handel, für Gastronomen und auch für die Konsumentinnen und Konsumenten. Initiiert wurde er von Proviande, der Branchenorganisation der Schweizer Fleischwirtschaft, die auch die Eigentümerin des Systems ist. Um den DNA-Herkunfts-Check möglichst nutzerorientiert zu gestalten, arbeitet Proviande in der Realisation eng mit Vertretern aus der Fleischbranche und der Gastronomie zusammen.

Transparenz und Sicherheit

Der DNA-Herkunfts-Check ist ein klares Zeichen und eine wirksame Massnahme gegen missbräuchliche Deklaration. Jedes Lebewesen und auch jedes Nutztier hat seine eigene individuelle DNA. Diese findet sich nicht nur im lebenden Tier, sondern auch in jedem Stück Fleisch. Durch den DNA-Abgleich kann darum zweifelsfrei ermittelt werden, von welchem Tier ein Stück Fleisch stammt.

Der DNA-Herkunfts-Check erhöht die Sicherheit in der gesamten Wertschöpfungskette von Fleisch, weil auf jeder Stufe die genaue Herkunft von einem Fleischstück oder einem Fleischprodukt aus der Schweiz nachgewiesen werden kann. So wächst nicht nur das Vertrauen in die Deklaration «Schweizer Fleisch», sondern auch die Wertschätzung für Fleischprodukte aus einheimischer Produktion.

Vom DNA-Herkunfts-Check profitieren alle Beteiligten:

  • Die Konsumentinnen und Konsumenten: Beim Kauf von Fleisch, Fleischerzeugnissen und Mischprodukten erhalten sie zusätzliche Sicherheit, dass Produkte mit deklarierter Herkunft Schweiz auch wirklich aus der Schweiz stammen.
  • Die Fleischbranche: Sicherheit und Transparenz in der Weiterverarbeitung und im Weiterverkauf wachsen erheblich, weil bei Schweizer Fleisch auf jeder Stufe die genaue Herkunft der Fleischwaren bestimmt werden kann. Ab 2019 wird Proviande weitere Dienstleistungen anbieten, beispielsweise die Beprobung von Wareneingängen.
  • Die Produzenten: Der DNA-Herkunfts-Check steigert das Vertrauen der Branche und der Konsumentinnen und Konsumenten in Schweizer Fleisch. Er hilft mit, die Nachfrage nach einheimischen Fleischprodukten zu steigern und auch die vergleichsweise höheren Preise zu rechtfertigen.

Wie läuft der DNA-Herkunfts-Check ab?

Erfassen von Referenzproben

  1. Der Schlachtbetrieb entnimmt jedem Schlachtkörper (Rind und Kalb) eine DNA-Referenzprobe und erfasst diese zusammen mit der Ohrmarkennummer in einer zentralen Datenbank.
  2. Die Referenzprobe wird ins Labor gesandt, das ein DNA-Profil erstellt.
  3. Das DNA-Profil wird mit den Daten aus Schritt 1 in der zentralen Datenbank von Proviande abgespeichert. Das DNA-Profil ist nun mit der Ohrmarkennummer verknüpft und somit auch mit allen Informationen aus der Tierverkehrsdatenbank*.

* Tierverkehrsdatenbank (TVD): Die TVD garantiert die Rückverfolgbarkeit von Schweizer Tieren. Im Auftrag des Bundesamts für Landwirtschaft vergibt die TVD Identitäten in Form eindeutig beschrifteter Ohrmarken an alle in der Schweiz gehaltenen Klauentiere (Rinder, Schweine, Schafe, Ziegen und in Gehege gehaltenes Wild). Seit dem Jahr 2000 werden in der TVD alle Geburten, Standortwechsel und Schlachtungen von Tieren der Rindergattung registriert.

Markt-Monitoring

  1. Proviande sammelt Fleisch-Stichproben im Detail- und Grosshandel, in Fleischfachgeschäften und in Gastronomiebetrieben.

  2. Die Stichproben werden ins Labor gesandt, wo ein DNA-Profil erstellt wird.

  3. In der Datenbank von Proviande wird das DNA-Profil aus der Stichprobe mit den Referenzproben der Tiere verglichen.

Abgleich

Match

Findet sich eine übereinstimmende Referenzprobe, spricht man von einem «Match». Durch die Verknüpfung der Ohrmarkennummer mit der Tierverkehrsdatenbank ist nun ersichtlich, von welchem Tier oder welchen Tieren das Fleisch im getesteten Produkt stammt.

No Match

Gibt es keine übereinstimmende Referenzprobe in der Datenbank, ist dies ein sogenannter «No Match». Das bedeutet, dass die Herkunftsdeklaration «Schweiz» nicht bestätigt wurde, was weitere Untersuchungen nach sich zieht.

Was passiert bei einem «No Match»?

Bei einem «No Match» geht Proviande nach einem Standardverfahren vor:

  • Als Erstes führt Proviande zusammen mit IdentiGEN eine Plausibilitätsprüfung durch, um Fehler bei der Kontrolle auszuschliessen.
  • Anschliessend wird der Betrieb kontaktiert, bei dem Proviande das geprüfte Produkt bezogen hat, und eine Stellungnahme verlangt.
  • Im nächsten Monat erfolgen drei weitere Beprobungen des Betriebs.
  • Bei einem erneuten «No Match» wird eine Erklärung des Betriebes verlangt.
  • Liegt keine nachvollziehbare Erklärung vor, übernimmt der Markt-Monitoring-Ausschuss** den Fall.
  • Dieser sucht zusammen mit dem betroffenen Betrieb nach Ursachen und Schwachstellen und hilft bei deren Behebung. Der Fall wird dokumentiert und beurteilt. Je nach Ergebnis kann der Fall direkt abgeschlossen oder mit einem Antrag für das weitere Vorgehen an den Verwaltungsrat von Proviande weitergeleitet werden. Mögliche Anträge sind:
    • Weitere Beprobung des Betriebs
    • Meldung an den kantonalen Vollzug
    • Benachrichtigung von Agro-Marketing Suisse und weiteren Organisationen oder Verbänden, bei denen der betroffene Betrieb Mitglied ist
    • Abschluss des Falls

Die wichtigsten Fakten in Kürze

Bei welchen Tiergattungen wird der DNA-Herkunfts-Check durchgeführt?
Vorerst nur bei Rindern und Kälbern. Die DNA Technologie lässt sich aber auch auf alle anderen Tiergattungen anwenden. Ob der DNA-Herkunfts-Check dereinst auch bei Schweinen und Geflügel zum Einsatz kommt, bleibt abzuwarten.

Wie ist der DNA-Herkunfts-Check mit der Tierverkehrsdatenbank verknüpft?
Die Tierverkehrsdatenbank stellt die Rückverfolgbarkeit vom Schlachtbetrieb zum Tier oder Hof sicher. In Verbindung mit dem DNA-Herkunfts-Check kann nun ein Fleischprodukt über alle Stationen bis hin zum Tier rückverfolgt werden.

Ist der DNA-Herkunfts-Check obligatorisch?
Der DNA-Herkunfts-Check ist freiwillig. Aufgrund der grossen Akzeptanz in der Branche unterstützten aber schon bei der Lancierung zahlreiche Betriebe das neue System. Und es kommen laufend weitere Betriebe hinzu, denn je grösser die Abdeckung, desto höher die Transparenz und Sicherheit innerhalb der gesamten Fleischbranche. Teilnehmende Betriebe unterzeichnen eine Vereinbarung, in der alle Rahmenbedingungen geregelt sind.

Wie verlässlich ist der DNA-Herkunfts-Check?
Jede DNA ist einmalig, sodass der DNA-Abgleich immer eindeutig ist. Um Verfahrensfehler auszuschliessen, erfolgt der DNA-Herkunfts-Check nach standardisierten und zertifizierten Prozessen. Zudem werden alle Daten direkt elektronisch erfasst und verarbeitet.

Wie viele Stichproben werden erhoben?
Das Markt-Monitoring plant, 3600 Kontrollproben pro Jahr zu sammeln.

Wie viel kostet der DNA-Herkunfts-Check?
Das ganze System wird durch den Verkauf der Probenträger finanziert. Pro Referenzprobe (und Tier) werden den Schlachtbetrieben CHF 7.50 verrechnet, die der Betrieb auf die Schlachtkörper abwälzt. Der Fleischpreis wird nur minimal erhöht.

Steigen die Kosten für die Konsumentinnen und Konsumenten?
Der DNA-Herkunfts-Check bringt nur geringe Mehrkosten für die Endverbraucher. Der Kilopreis von Rindfleisch steigt um ca. 5 Rappen, jener von Kalbfleisch um ca. 9 Rappen.

Wann wurde der DNA-Herkunfts-Check eingeführt?
Am 1. Juli 2018 wurden die ersten Referenzproben in Schweizer Schlachtbetrieben entnommen. Das Markt-Monitoring im Detailhandel startete am 1. November 2018, ab 2020 wird es dann auf alle Verkaufskanäle ausgeweitet. Auf www.proviande.ch/dna werden laufend Quartalsberichte veröffentlicht, die über den aktuellen Projektstand informieren.

Werden rund um den DNA-Herkunfts-Check weitere Dienstleistungen angeboten?
Ist das System einmal etabliert, bieten sich viele weitere Nutzungsmöglichkeiten an. Es bestehen diesbezüglich auch schon konkrete Anfragen aus der Branche. Welche Dienstleistungen ins Angebot aufgenommen werden, entscheiden am Ende aber Nachfrage, Machbarkeit und Nutzen. Mögliche Dienstleistungen sind: Kontrollproben beim Wareneingang, Probenentnahmen in Gastronomiebetrieben, Überprüfung von Label-Produkten und Regionalitäten oder die Prüfung von Rassen.

Wer führt den DNA-Herkunfts-Check durch?
Analyse und Abgleich werden von der IdentiGEN Switzerland AG in Schlieren ZH durchgeführt. Die Firma ist Marktführerin für DNA-basierte Rückverfolgbarkeitssysteme und verfügt über mehr als 20 Jahre Erfahrung in diesem Bereich.

Wer verwaltet die erhobenen Daten?
Die Datenhoheit liegt bei Proviande, der Eigentümerin des Systems. IdentiGEN stellt ihre Ergebnisse ausschliesslich Proviande zur Verfügung.

Gibt es in anderen Ländern vergleichbare Systeme?
Eine flächendeckende DNA-Rückverfolgung gibt es bis heute in keinem anderen Land. Zum Teil wird das System von IdentiGEN jedoch von einzelnen Detailhandelsketten innerhalb ihres Lieferantenstamms angewandt.

Kontakt

Für weitere Informationen zum DNA-Herkunfts-Check steht Ihnen Pius Nietlispach, Leiter DNA-Rückverfolgbarkeit, jederzeit gerne zur Verfügung:

Proviande Genossenschaft
Brunnhofweg 37
Postfach
3001 Bern
www.proviande.ch/dna
Tel. 031 309 41 15
E-Mail: dna@proviande.ch

Wer ist Proviande?

Proviande – die Branchenorganisation der Schweizer Fleischwirtschaft

Download:

Deutsch

Broschüre «DNA-Herkunfts-Check» (DE) (pdf, 2 MB)

Französisch

Brochure «Contrôle de l’origine par test ADN» (FR) (pdf, 3 MB)

Italienisch

Brochure «Controllo dell’origine tramite DNA» (IT) (pdf, 2 MB)